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"Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit im Karpatenraum"

Die komplexe Geschichte und die vielfältig-kontroverse kulturelle Entwicklung der Kultur im Karpatenraum verdient differenzierter als bisher sichtbar gemacht zu werden. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem osmanischen Einflussbereich gelegen, zwischen Katholizismus und calvinistischem Einfluss, zwischen slavischer Welt einerseits und der Romania andererseits, mit wechselnden Territorialherrschern und unter dem Einfluss verschiedener ethnischer Zugehörigkeiten, Sprachen und kultureller impacts durch Migrationswellen unterschiedlichster Art stellt sich der Karpatenraum gleichsam als ein ‚europäisches kulturelles Labor’ dar.

Anstelle einer Monographie mit ihrem notwendig subjektiven und unilateralen Verfasserblickwinkel sollte eine thematisch breit angelegte Tagung (mit nachfolgendem Ergebnisband) möglichst viele Aspekte und Probleme dieses ‚Kulturraumes’ untersuchen.

Es war das Ziel, Wissenschaftler mehrerer Disziplinen an dem Gespräch zu beteiligen, um zunächst 1. die jeweiligen neuesten Forschungsstände zu dokumentieren und 2. daraus Perspektiven für weitere Forschungen abzuleiten. Darüber hinaus sollten sowohl regionale / lokale Besonderheiten und Traditionen als auch die Vernetzung der Region mit dem humanistischen Europa im Hinblick darauf betrachtet werden, welche Positionen sich für die Positionierung des Karpatenraums für folgende Bereiche ausmachen lassen: 1. die Ablösung von der mittelalterlichen Welt, 2. damit in Verbindung stehend die verschiedenphasigen Entwicklungen hin zur Moderne und ihre unterschiedlichen Ausprägungen (Künste, Wissenschaften, Theologie, Politik), 3. die Einordnung dieser Großregion in die eigen- und fremdkulturelle Wahrnehmung. Aus diesen Teilzielen ergab sich ein mehrgliedriges, vernetztes Forschungspanorama.

In einem weiteren Schritt waren Sammlung und Auswertung zahlreicher, bisher noch nicht bekannter Gelegenheitsschriften geplant. Das Kasualschrifttum stellt eine allgemeinhistorische, individual- und mentalitätsgeschichtliche Quelle ersten Ranges dar; Klaus Garber hat in diesem Bereich mit seinen Repertorien vorgearbeitet. In einem ersten Schritt wurden die Kasualschriften der Sammlung Brukenthal der Arhivele Nationale in Hermannstadt / Sibiu dokumentiert und katalogisiert.
 

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