Sie sind hier: Startseite Projekte „Von der ‚Aufklärung’ zur ‚Unterhaltung’ – Literarische und mediale Transformationen in Deutschland zwischen 1780 und 1840”

„Von der ‚Aufklärung’ zur ‚Unterhaltung’ – Literarische und mediale Transformationen in Deutschland zwischen 1780 und 1840”

DFG-Projekt (Laufzeit: 2007-2010)

Projektleiter:
Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft


Das Projekt interessiert sich unter literatur- und medienwissenschaftlicher Perspektive für kulturhistorische Umbrüche in Deutschland zwischen 1780 und 1840. Anhand von paradigmatisch verstandenen Szenarien sollen Prozesse verfolgt werden, die für die Transformation von ‚Aufklärung in Unterhaltung’ sowie für die Konsolidierung einer an das Medium Schrift gebundenen breitenwirksamen ‚Unterhaltungskultur’ im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts relevant sind. Das Forschungsvorhaben hat drei Teilprojekte:

  1. Von der Geheimgesellschaft zum Unterhaltungsnetzwerk: Das Beispiel von Carl Friedrich Bahrdts Deutscher Union, Carl Spaziers Zeitung für die elegante Welt und des ?Leipziger Kreises? ? Transformation von (schriftdominierter) ‚Aufklärung’ in (‚medienaisthetisch’) fundierte ‚Unterhaltung’ (Dr. Dorothea Böck)
  2. Der Unterhaltungskonzern: Das Beispiel des Leipziger Verlegers Georg Voß und seiner Literatur und Kunsthandlung ? Organisation eines ‚medienaisthetisch’ fundierten Konzepts von ‚Unterhaltung’ (Anna Ananieva)
  3. Die Konsolidierung von Unterhaltung: Das Beispiel der Dresdener Abend-Zeitung und des ?Dresdener Liederkreises? ? Stabilisierung und Diversifizierung eines ‚medienaisthetisch’ fundierten Konzepts von ‚Unterhaltung’ (Dr. Hedwig Pompe)

Das Forschungsvorhaben geht von der zentralen These aus, dass ein sich als ‚aufklärerisch’ verstehendes und zunächst geheimgesellschaftlich organisiertes Netzwerk in einen Unterhaltungsverbund übergeht.

Dieser koppelt sich entgegen der ursprünglichen Intention ganz von Politik und Gelehrsamkeit / Wissenschaft (ratio) ab und entwickelt eine ‚aisthetische’ Programmatik (emotio), die organisatorisch umgesetzt wird.

Die Einzelprojekte untersuchen die Weichenstellungen dieses Prozesses, seine publizistischen Strategien, seine Konsolidierung und seine Effekte für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dazu werden verschiedene Ebenen miteinander verzahnt:

  • Die Untersuchung ausgewählter Netzwerke soll die Transformationsschritte ‚von der Aufklärung zur Unterhaltung’ biographisch und organisatorisch nachvollziehbar machen.
  • Die Analyse zentraler Publikationsformen und Publikationsorgane fokussiert mediale Voraussetzungen und intermediale Bezüge in ihren historischen Kontexten.
  • Die Untersuchung, die nach dem Gelingen von Produktion und Distribution von ‚Unterhaltung’ auf verlegerischer Ebene fragt.
  • Die Formanalyse ästhetischer / aisthetischer Konzepte der angesprochenen Kreise, die in den Verfahren des Programms ‚Unterhaltung’ konzeptualisiert und praktisch umgesetzt werden.
     
Artikelaktionen